≈65 km · ≈1 h 15 mit dem Auto

Hier brach einer der letzten Vulkane auf rumänischem Boden aus
Nur wenige Orte im Land zeigen dir bei einem einzigen Spaziergang, wie die Erde unter deinen Füßen entstanden ist. Am Rande des Dorfes Racoș im Kreis Brașov verbirgt ein Hügel im Perșani-Gebirge drei geologische Phänomene, die Hand in Hand gehen: einen erloschenen Vulkan, eine Wand aus Basaltsäulen und einen See von unwirklichem Grün. Zusammen bilden sie den Geologischen Komplex Racoș, ein Schutzgebiet von rund 95,2 Hektar. Die Eruptionen, die diesen Ort formten, zählen zu den letzten basaltischen Vulkanausbrüchen auf rumänischem Boden und ereigneten sich vor Millionen von Jahren — weshalb Geologen und Lehrer ganze Gruppen hierher bringen wie in ein Freilichtmuseum.
Der erloschene Vulkan und die verbrannte Erde unter dem Hegheș-Hügel
Als ehemaliger Steinbruch für Vulkanschlacke enthüllt der in den Vulkan geschnittene Anschnitt ein beeindruckendes Profil, etwa 200 Meter lang und über 50 Meter hoch, in dem sich die Schichten aus Basalt, Bimsstein und rötlicher Schlacke ablesen lassen. Der Boden hat stellenweise eine rotbraune Farbe, ein Zeichen des einstigen Brennens, und der Kegel hebt sich schon aus der Ferne ab. Genau diese Art von Landschaft lässt dich ohne komplizierte Erklärungen verstehen, was eine Eruption bedeutet.
Die Basaltsäulen, eine Orgel aus Stein
Einige hundert Meter weiter erhebt sich der Star des Ortes: eine Wand aus Basaltsäulen von etwa 6–8 Metern Höhe, angeordnet wie aneinandergeklebte Röhren. Ihre regelmäßigen Formen — polygonal, im Querschnitt fünf- oder viereckig — sind nicht das Werk des Menschen, sondern das Ergebnis der langsamen Abkühlung der Lava: Als die heiße Masse sich zusammenzog, riss sie in geordnete senkrechte Spalten. Der Effekt gleicht verblüffend den Pfeifen einer riesigen Orgel, und das Tageslicht lässt ihre Schattierungen von Grau bis Braun wechseln.
Der Smaragdsee, der zum Juwel gewordene Steinbruch
Der meistfotografierte Anblick ist jedoch der See. Er entstand in einem ehemaligen Basaltsteinbruch, der um das Jahr 2000 aufgegeben wurde und sich allmählich aus Niederschlägen, Schneeschmelze und Quellen füllte. Das Wasser, klar und fast 18–20 Meter tief, nimmt eine spektakuläre türkisgrüne Farbe an, daher der Name Smaragd. Der Anblick ist herrlich, doch Vorsicht: Baden ist verboten, und die steilen Ufer verlangen Umsicht.
Wie du hinkommst und was du wissen solltest
Racoș liegt im Norden des Kreises Brașov, etwa 70 Kilometer von der Stadt Brașov entfernt; von der Europastraße E60 aus Richtung Sighișoara biegst du bei Rupea Gară rechts ab, und dann sind es noch etwa 10 Kilometer bis ins Dorf. Für Gäste aus der Gegend Râșnov–Bran ist der Komplex ein Ausflug für einen ganzen Tag, der sich schön mit einem Besuch des Sükösd-Bethlen-Schlosses in Racoș verbinden lässt. Das Gelände ist stellenweise unbefestigt, daher werden bequeme Wanderschuhe empfohlen. Da es sich um ein Schutzgebiet handelt, halte dich an die Wege und hinterlasse keine Spuren. Prüfe vor deinem Besuch die Öffnungszeiten und Preise auf der offiziellen Quelle.