18 km · 25 Min. mit dem Auto

Der Berg mit dem Namen auf der Stirn
Nur wenige Städte in Rumänien tragen ihren Namen in den Berg gemeißelt. Brașov tut es: Am Südhang der Tâmpa bilden weiße Buchstaben, so groß wie Häuser, die Inschrift „BRAȘOV", ein aus der Altstadt sichtbares Wahrzeichen, das zum Symbol der Stadt geworden ist. Darüber erhebt sich eine Kalksteinwand bis auf etwa 960 Meter, fast 400 Meter über den Dächern von Brașov. Der Berg liegt nur eine kurze Strecke von Râșnov entfernt und ist der einfachste Orientierungspunkt: Wo immer man sich in der Stadt befindet, sieht man ihn steil aufragen, wie eine natürliche Mauer, am Ende der Straßen.
Eine im Bergsattel vergessene Burg
Die Tâmpa war nicht immer nur ein Ort zum Spazierengehen. Zwischen dem Gipfel und dem Bergsattel haben sich die Spuren der Burg Brașovia, einer mittelalterlichen Befestigung, erhalten. Hier soll im Jahr 1395, vor der Auseinandersetzung mit den Osmanen, der Fürst Mircea der Alte seine Familie in Sicherheit gebracht haben – ein Zeichen dafür, dass die schwer zugängliche Höhe als sicherer Zufluchtsort galt. Heute sind von der Burg nur noch wenige Mauern übrig, doch der historische Kontext macht den Aufstieg zu einer kleinen Lektion über die Vergangenheit von Țara Bârsei.
Ein Naturschutzgebiet über der Stadt
Obwohl sie direkt an eine große Stadt grenzt, ist die Tâmpa ein Naturschutzgebiet. Die Buchenwälder, Kalksteinfelsen und Wiesen beherbergen eine überraschende Artenvielfalt: Hunderte Schmetterlingsarten, über hundert Vogelarten und seltene Pflanzen, darunter für Rumänien endemische Arten. Es ist einer der wenigen Orte, an denen man wenige Minuten nach dem Verlassen des Stadtverkehrs in einen stillen Wald eintaucht, mit dem Duft von Blättern und Vogelgesang.
Wie man hinaufkommt: zu Fuß oder mit der Seilbahn
Es gibt zwei Möglichkeiten, nach oben zu gelangen. Die bequeme ist die Seilbahn, die die Basis des Berges in nur wenigen Minuten mit dem Plateau nahe dem Gipfel verbindet und unterwegs ein schwindelerregendes Panorama über die Stadt bietet. Wer sich lieber bewegt, wählt die markierten Wege, die sich durch den Wald schlängeln: den Serpentinenweg (Markierung rotes Dreieck) mit zahlreichen sanften Kehren oder die Gabony-Treppen (Markierung blauer Streifen), eine direktere und steilere Variante. Beide führen zum Aussichtspunkt oben.
Wissenswertes vor dem Besuch
Vom Gipfel reicht der Blick an klaren Tagen weit, bis zu den Massiven Bucegi und Piatra Craiului, während das historische Zentrum von Brașov wie eine lebendige Landkarte erscheint. Es ist ein Halt, der sich natürlich mit einem Tag in der Gegend von Râșnov–Bran–Brașov verbinden lässt. Da sich Fahrplan und Preise der Seilbahn ändern können, überprüfe Fahrplan und Preise vor dem Besuch auf der offiziellen Quelle, besonders wenn du mit der Seilbahn hinauf- oder hinunterfahren möchtest.